Ein Leben ohne (Antibaby)Pille – Meine Erfahrungen 1 Jahr später…

Vorwort: Dieser Post hat mich Überwindung gekostet. Ich habe ihn mehrmals angefangen und immer wieder abgebrochen und dann doch wieder zwei drei Sätze weiter geschrieben. Wie intim ist zu intim? Was ist privat und gehört nicht ins Internet? Worüber darf man schreiben und was ist nur etwas für ein Gespräch unter Freundinnen? Schwierige Frage, doch wir Mädels sollten zusammenhalten und Erfahrungen weiter geben. Erfahrungen die Scheiße sind, aber auch welche die gut sind. Einfach sagen, was in einem vorgeht. Sagen was mit dem Körper passieren kann oder passiert ist. Ich habe, wie bei dem Post über meine Akne auch, mich zusammengerissen und diesen Beitrag nun doch öffentlich gemacht und bin gespannt auf eure Meinungen!

Pubertät = schrecklich zickige und anstrengende Teenager. Wollen dies nicht, wollen das nicht, wollen cool sein, pöbeln rum, legen ihre schmutzigen Schuhe auf die Bahnsitze und sprechen wildfremde auf der Straße an. Aber sie sind dabei furchtbar lustig (oder auch nicht). Ich spreche gerade so über Teenager, als wäre ich schon super alt und nicht auch erst vor „kurzem“ aus dem Ganzen raus. Auch ich gehörte zu den Teenagern, die furchtbar waren und Sachen gemacht hat, über die man heute besser nicht mehr sprechen sollte. Aber Pubertät heißt nicht nur schrecklich vorlaute Kids, sondern auch eine Veränderung am Körper. Haare sprießen, Brüste wachsen und auch sonst wird die Figur weiblicher. Manche bekommen eine schlechte Haut, manche auch nicht.

Ich gehörte leider nicht zu denjenigen, die Glück hatten und keine Akne bekommen haben. Ganz im Gegenteil, ich hatte (leider) viele Pickel. Einen ganzen Beitrag zu meiner Hautgeschichte könnt ihr hier nachlesen. Außerdem gibt es auf dem Blog von Douglas beautystories (hier geht’s direkt zur Seite) einen ganzen Beitrag von verschiedenen Bloggern und mir zum Thema Akne und was uns dagegen geholfen hat. Schaut unbedingt vorbei, manche Dinge wusste ich auch noch nicht. 🙂

Von vielen habe ich damals gehört, dass gegen Akne die Pille helfen soll. Wenn die ersten Hormone aufkommen, soll die Pille alles ganz gut in den Griff bekommen. Total verrückt eigentlich, eine Tablette gegen Schwangerschaft zu nehmen, nur um keine Pickel mehr zu haben. Es hat auch nur so mittelmäßig funktioniert. Ich habe einige Sorten von Pillen ausprobieren müssen, weil ich von der einen extrem viel zugenommen habe, bei der anderen hatte ich extreme Bauchschmerzen und bei der letzten hat das mit der Wirkung gegen die Akne nicht funktioniert. Ich muss auch dazu sagen, dass wenn die Woche ohne Pille anstand (Tage), ich unerträglich war. Ich hatte solche krassen Stimmungsschwankungen (danke an alle die mich trotzdem lieb hatten) und bin wahrlich von einem Gefühlschaos ins Nächste gerutscht. Außerdem hatte ich immer in der Zeit wahnsinnige Bauchschmerzen und mein Bauch war immer super aufgebläht. Ich hab mich so unwohl gefühlt!

Ich habe die Pille 7 Jahre genommen und dann von heut auf morgen das Gefühl bekommen, meinen Körper nicht mehr zu spüren. Ich kann gar nicht beschreiben, wie man sich fühlt, aber ich hatte immer nur den Gedanken, dass alles von einer kleinen runden Tablette gesteuert wird. Ist ja auch logisch. Alles wird eine Zeit lang unterdrückt und am Ende der Packung kommen alle Hormone wieder zum Vorschein. Schrecklich, wenn ich jetzt gerade wieder drüber nachdenke. Man macht sich einfach unheimlich abhängig von etwas, das so banal und austauschbar ist.

Mich haben die Gedanken verrückt gemacht und ich konnte an nichts anderes mehr denken, als an die Pille und was sie mit meinem Körper und mit meinen Hormonen veranstaltet. Also habe ich sie einfach, ohne meine Frauenärztin darüber in Kenntnis zu setzen, abgesetzt. Die letzte Packung aufgebraucht und mir dann kein neues Rezept mehr geholt. Bum! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein gutes Gefühl es war, von nichts mehr abhängig zu sein. Nicht mehr jeden Morgen eine kleine Tablette einschmeißen zu müssen.

Mein Körper hat sich das Ganze erst nach 3 Monaten anmerken lassen. Vorher habe ich meine Tage wie gewohnt bekommen und auch sonst war keine Veränderung zu spüren. Nur vom Kopf her wusste ich, dass etwas anders ist. Ich fühlte mich freier und nicht mehr gesteuert.

Nebenwirkungen:

Wenn ich mir ein Mittel aus der Apotheke hole, lese ich schon gar nicht mehr die Packungsbeilage. Was da alles für Nebenwirkungen auftreten können, ist ja der blanke Horror! Selbst von pflanzlichen Tropfen kann man blind werden. Mit wirklich krassen Nebenwirkungen hatte ich beim Absetzen nicht gerechnet. Aber manchmal kommt alles anders, als man denkt.

1. Haarausfall: Ich habe im Vorfeld viel recherchiert und unter anderem fand ich auch mehrere Artikel von Frauen, die Haarausfall bekommen haben. Und jap, mich hat es auch getroffen. Ich habe es erst gar nicht gemerkt, bis ich büschelweise Haare in der Bürste und auch im Abfluss hatte. Meine Haare wurden immer dünner und dünner. Ich wollte es nicht wahrhaben, bis ich auch von außerhalb darauf hingewiesen worden bin, wie dünn meine Haare doch geworden sind. Auch meine Friseurin war total entsetzt und schockiert, wie es innerhalb von drei Monaten so aussehen kann. Keine Sorge, ich hatte jetzt keine kahlen Stellen auf dem Kopf, aber wenn man vorher viele Haare auf dem Kopf hat und die Masse sich halbiert, ist es schon schockierend.

2. Akne: Ich habe letztens einen ganzen Post über meine Akne verfasst, den ihr hier noch einmal nachlesen könnt. Also auch nach Absetzen ist meine Haut noch einmal viel schlimmer geworden…

3. Bauchschmerzen: Nach den drei Monaten hatte ich auf einmal fast jeden Morgen Bauchschmerzen. Ich habe in der Zeit weder mehr Stress gehabt noch meine Ernährung verändert. Es waren die typischen Unterleibsschmerzen, die glücklicherweise von Woche zu Woche weniger geworden sind. Ich habe pflanzliche Tropfen genommen und ab und an auch mal eine Ibu, dadurch konnte ich es doch ganz gut aushalten…

4. Die Tage blieben aus: Ob man es nun als positiv oder negativ betrachte, fiel bei mir einige Monate die Regel aus. Man macht sich natürlich furchtbar viele Gedanken, aber es ist alles gut gegangen. 😉

Trotz der „Nebenwirkungen“ (die bei mir aufgetreten sind) würde ich jedem raten, es auch zu tun. Ich kann nur von mir sprechen und kann die Auswirkungen nicht bei allen Menschen der Welt vorhersehen, aber das was mit mir und meinem Körper passiert ist, würde ich jedem wünschen. Heute wünsche ich mir wirklich, ich hätte nie damit angefangen! Man hat es halt gemacht, weil die große Schwester sie auch genommen hat und die Freundinnen ebenso. Das Problem ist, dass ich gar nicht genau beschrieben kann, wie ich mich jetzt, 1 Jahr später, fühle. Definitiv  viel besser, freier, ausgelassener und nicht mehr gesteuert. Meine Hormone kommen und gehen wann sie wollen und nicht erst nach drei Wochen.

Ich will jetzt keinen direkt animieren, die Pille abzusetzen. Ich will lediglich von meinen Erfahrungen sprechen und zeigen, dass es eben auch ohne geht. Wenn ihr euch wohl fühlt und auch sonst keinerlei Beschwerden habt, dann ist es natürlich super und es sollte sich nichts ändern. Es gibt aber auch noch andere Verhütungsmittel auf dieser Welt, die ohne Hormone funktionieren. Ich kann da leider nicht aus Erfahrung sprechen und euch eine Alternative empfehlen, aber das muss sowieso jeder für sich ausprobieren. Wichtig ist trotzdem, dass ihr die kleine Tablette NICHT braucht. Ich bin mir sicher, dass euer Körper es euch danken wird. Im Allgemeinen bin ich gegen Tabletten schlucken, weil ich der Meinung bin, dass man fast alles auch sehr gut über eine ausgewogene und gesunde Ernährung aufnehmen kann.

Wie steht ihr zum Thema Pille? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen! 🙂

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8 Kommentare zu „Ein Leben ohne (Antibaby)Pille – Meine Erfahrungen 1 Jahr später…

    1. Danke! Ich finde, wenn wir uns schon im Internet eigentlich komplett zeigen (mit Outfits, Beauty etc…) dann auch ganz. Warum nicht auch mal solche Dinge ansprechen. Viele machen einfach nur nicht den Mund auf oder haben Angst… Liebe Grüße an dich zurück! 🙂

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  1. Cooler post !
    Ich kann es sowieso nicht verstehen warum die Ärzte 13 jährigen Mädels die Pille ohne weiteres verschreiben!
    Es sind Hormone die dem Körper extern zugeführt werden und ich bin nicht davon überzeugt, dass die Pille auf Dauer bei so einem jungen Körper keine Auswirkungen nach sich zieht.
    Und wie du schon gesagt hast, hat es 3 Monate gedauert bis sich dein Hormonhaushalt normalisiert hat und ich finde man sollte gründlich überprüfen als Doc ob die Einnahme wirklich notwendig ist! Zumal als vergleich nimmt ein Bodybuilder Testosteron also auch das körpereigene Sexualhormon zu sich kann das auch gravierende Nebenwirkungen haben warum dann nich auch bei Östrogen?
    Aber sehr mutig von dir 🙂 PS bin der männliche Teil unseres Blogs aber ich denke es geht jeden was an 🙂
    LG

    Gefällt 1 Person

    1. Hey 🙂 Vielen lieben Dank für dein ausführliches Feedback! Schön, dass du es ähnlich siehst wie ich! Kleiner Nachtrag: Nach 4 Monaten hat mein Körper überhaupt erst gecheckt, dass ich keine Hormone mehr zu mir nehme und dann fingen die „Nebenwirkungen“ auch an.. Die sich einige Monate durchgezogen haben… Natürlich sollten die Ärzte es gründlicher überprüfen, nur leider wissen es die Mädels auch nicht besser und eifern den Freundinnen oder älteren Geschwistern nach..
      Auch cool, dass es die Männer interessiert. Meistens haben sie eh keine Ahnung und sind froh, wenn sie sich das Kondom am Ende sparen können 😉 Liebe Grüße Wencke ♡

      Gefällt 1 Person

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