Body shaming – Kann man sich auch ohne 90 – 60 – 90 wohlfühlen?

Ab wann gilt eine Frau eigentlich als schön? Wann und in welcher (Körper-)Form sind wir sexy? Erst vor gut einer Woche habe ich einen Blogpost hochgeladen, in dem es darum ging, was für verrückte Begegnungen ich in letzter Zeit mit der lieben Männerwelt hatte. Der Fokus lag dabei besonders auf meiner Kleidung und meinem Aussehen. Wer alles noch einmal nachlesen möchte, der findet hier den Beitrag. Das Thema möchte ich heute gerne noch einmal aufgreifen, allerdings aus einer etwas anderen Sicht.

Wie viele Mädels gibt es hier unter uns, die komplett mit sich (und damit meine ich jetzt ganz oberflächlich NUR dem Körper) zufrieden sind? Wie viele machen Sport nur aus dem Grund, weil sie beweglich bleiben wollen? Wer verzichtet auf Fast Food, weil ihm Salat viel besser schmeckt? Und wer von euch möchte sein Aussehen ändern, weil es ihn ganz alleine stört?

Meiner Meinung und meinen Erfahrungen nach, kaum eine. Wie ich darauf komme? Weil der Trend immer mehr in die „perfekte“ Richtung geht. Schaut euch die sozialen Medien an, die Vielzahl an Bearbeitungsapps und die 50 „schlechten“ Selfies die ihr letztens gemacht und keins hochgeladen habt, weil ihr nicht zufrieden wart. Woher der Drang nach dem Perfektionismus kommt? Ganz klar: von der Gesellschaft. Wir bekommen ein verkehrtes Körpergefühl vermittelt, dass man dabei eigentlich nur krank werden kann. Das Schöne, das Tolle und nur das Gute lassen wir einfach auf uns einprasseln. Mittlerweile haben wir überall die Möglichkeit, nur das zu sehen, was wir auch sehen wollen und sogar die Werbung im Internet wird durch unsere Interessen angepasst. Denken wir mal an die Kampagnenbilder von H&M, Mango, Zara und Co. Seht ihr dort eine kurvige Frau? Seht ihr Männer mit einem Bauchansatz? Definitiv nein. Die Frauen und Männer sind (so sehen sie zumindest aus) immer perfekt. Tolle Haare, tolle Haut, tolles Outfit. Und was denkt sich unsereins dann, wenn er so etwas sieht? „Ich muss auch so aussehen, denn nur das ist schön…“

Als ich vor einigen Woche mit meiner Schwester zusammen saß und wir uns um fast zwölf Uhr abends einen leckeren Salat (haha, wie passend) mit Süßkartoffelpommes und Guacamole gemacht hatten, kam mal wieder nichts im Fernsehen. Nach etwas  rumgeschalte und verweilen auf blöden Sendern, hat uns dann eine Reportage über super junge Mädels  gefesselt, 11-15 Jahre alt, die an Magersucht leiden. Sie haben allesamt ein völlig zerstörtes Bild zu sich und ihrem Körper. Mögen sich nicht, hassen sich und wollen alles ändern. Mit „alles“ meine ich, dass sie die letzten (minimalen) Fettpölsterchen verlieren wollen. Und wie stellen sie das an? Mit Unmengen an Sport und ohne Essen. Dabei darf man nicht vergessen, dass sie sich eigentlich in der Anfangszeit ihres Lebens befinden. Vor zwei Jahren noch mit Barbies gespielt, jetzt sitzen sie kotzend nach dem Essen über der Kloschüssel. Klingt hart, aber letztendlich ist es genau so.

Die eigentliche Thematik ist nichts „Neues“ und taucht immer mal wieder im Fernsehen auf. Allerdings schockierten mich die Beweggründe: In dem Bericht kamen ganz oft die sozialen Medien zum Gespräch, an denen sich die Mädels heutzutage zu orientieren scheinen. Sie empfinden sich selbst als nicht schön, sie alle sehen nicht so aus, wie die bekannten Fitnessmodels, Blogger und Influencer auf Instagram. Ihre Beine sind nicht dünn genug, sie haben kein  thigh gap, ihr Bauch ist nicht definiert genug und auch das Gesicht zu speckig. Nur wenige kommentieren oder liken ihre Bilder und kostenlose Kleidung bekommen sie, durch ihr Aussehen, auch nicht zugeschickt. Das Selbstbewusstsein ist komplett im Arsch.

Während meine Schwester und ich uns also genüsslich Pommes mit Guacamole reinschieben, sitzen irgendwo junge Mädels alleine in einer Klinik, ohne Familie, ohne Freunde und versuchen wieder ein normales Verhältnis zu sich und zu ihrem Körper zu bekommen. Wie krank ist die Realität? Was schaffen heutzutage Instagram, Facebook, Snapchat und Co. mit uns?

Und wenn ich schon dieses Thema anspreche, dann will auch ich ehrlich sein und etwas über mich erzählen. Denn ich habe mich tatsächlich auch noch nie zu 100% wohl in meiner Haut gefühlt. Wenn mich jemand fragen würde, was ich verändern möchte, wäre es als erstes meine Nase. Ich habe eine Stupsnase, die viele vielleicht süß finden, ich allerdings furchtbar. Dann noch die letzen Fettpölsterchen, reine Haut, voluminösere Haare und größere Augen und tada. Ich wäre schon zufrieden. Aber.. wahrscheinlich auch dann nicht. Denn dann würde ich bestimmt andere Stellen an mir finden, die nicht „perfekt“ sind. Aber was ich bei der ganzen Umgestaltung meines Körpers als erstes verlieren würde, wäre mich selber. Ich bin die Person, die ich nun eimal bin. Mit der Stupsnase, mit den kleinen Augen und mit den glatten Haaren. Ob ich das alles so will, oder nicht. Ich muss es einfach akzeptieren, denn das ständige Ankämpfen gegen den eigenen Körper, gegen dich / mich selber, hat doch wenig bis gar keinen Sinn? Wir sollten nicht vergessen, dass wir alle nur eine begrenzte Lebenszeit auf diesem wunderschönen Planeten Erde haben. Sollten wir die Zeit dann damit verschwenden, uns schlecht und unwohl zu fühlen, nur weil der Bauch nicht genau so ist, wie bei einem Mädchen von Instagram? Nein, nein, nein! Die Zeit ist doch viel zu kostbar, um sie mit negativen Gedanken zu verbringen.

Ich kann mir nur ganz schwer vorstellen, wie viele Frauen dort draussen mit sich selber kämpfen. Nein, besser, gegen sich kämpfen und das Tag ein und Tag aus. Dabei meine ich nicht nur die Kinder aus der Reportage, sondern auch die „Normalos“, die uns tagtäglich auf der Straße begegnen. Sie sehen den eigenen Körper als Gegner. Der Körper, der ihnen die Luft zum Atmen gibt, den Körper, der ihnen auch die Gefühle wie Glück und Liebe schenkt, der sie jeden Tag durch’s Leben trägt und sie überhaupt leben lässt. Ihnen wurde ein Leben geschenkt. Und jeder von uns sollte doch bitte die Zeit damit verbringen, viel zu lachen, glücklich zu sein, Spaß zu haben, neue Menschen kennen zu lernen und jede Sekunde des Lebens zu genießen. Und am Ende des Tages sollten wir einfach mit einem Strahlen ins Bett fallen und froh sein, wie gut es uns eigentlich geht.

Hört bitte auf, euch wegen (Bilder) Anderer verrückt zu machen und seid stolz auf die Person, die ihr seid. Mit den Ecken und mit den Kanten. Jeder von uns ist auf seine ganz individuelle Art und Weise wunderschön. Ob dünn, rundlicher, größer, kleiner, stupsnäsiger oder mit schiefer Nase. Euch gibt es so nur ein einziges Mal  und das ist doch wohl das schönste Kompliment , was die Welt uns machen konnte, oder?  EINZIGARTIGKEIT ist etwas ganz besonderes.

Und vergesst nie, ganz zu Anfang wart ihr die Nummer 1 und habt alle anderen hinter euch gelassen. Also egal in welcher Lebensphase ihr euch gerade befindet, ihr wart schon einmal der / die Beste, der / die Schnellste und der / die  Sieger/in. Und das einfach nur, indem ihr so seid, wie ihr seid. 😉

#positivevibesonly

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4 Kommentare zu „Body shaming – Kann man sich auch ohne 90 – 60 – 90 wohlfühlen?

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