Wenn du dich selbst nicht leiden kannst..

Eigentlich war ich gestern mit meiner besten Freundin (und aller besten Fotografin!) verabredet, um neue Bilder für den Blog zu shooten und um im Anschluss in der Innenstadt etwas bummeln zu gehen. Na ja, bescheuerter hätte unsere Planung gar nicht sein können. Fangen wir aber ganz von vorne an.

Wir beide sind etwas verwöhnt und fahren meistens mit dem Auto. Soll nicht heißen, dass wir nicht auch mit dem Fahrrad fahren, aber wenn es um’s Fotografieren geht, ist es einfacher mit dem Auto zu fahren, damit man vor Ort immer noch so aussieht, wie man sich fertig gemacht hat. Außerdem wollen wir dem HVV nicht so viel Geld in den A**** schieben, da wir (nur) mit unseren Sprit Kosten für’s Auto um einiges günstiger fahren. Anyways! Was das verrückte an unserem Plan war, dass (gefühlt) ganz Hamburg die Idee hatte in die Innenstadt zu gehen. Und warum? Klar, erstes Advents– und Black Friday Wochenende und Heiligabend ist auch in weniger als 4 Wochen. Da muss man ja genau an diesem Samstag in die City gehen um zu shoppen…

Keine Frage, ich liebe Hamburg jeden Tag mehr und kann mir nicht vorstellen, hier nicht zu wohnen, aber zu viele gestresste Menschen auf einem Fleck, die auch noch unfreundlich durch die Gegend laufen, dich dabei fast umrennen und du jede zweite Sekunde angerempelt wirst? Ne danke, aber das brauche ich nicht. Erst recht nicht, wenn ich Wochenende habe und mich entspannen möchte. Passend zu diesem Stress, standen wir beide gestern unter extremem Zeitdruck, weil wir abends Termine hatten und es mittlerweile schon um 16 Uhr fast unmöglich wird, zu fotografieren. Es fängt an zu dämmern, das Licht sieht auf den Bildern furchtbar aus und selbst die beste Kamera fängt an zu streiken. Und wie kann das ganze noch besser werden? Genau, mit schlechter Laune! Komischerweise war ich gestern in einem Modus, indem ich alles einfach nur scheiße fand. Mir hat nichts gefallen, weder mein Outfit, mein Make Up, meine Haare, noch die Location.

Also, lange Rede kurzer Sinn: Heute gibt es keinen Fashion-, sondern wieder einen Gedankenpost! Und apropos Unzufriedenheit..

Ich weiß nicht, ob es an der Jahreszeit liegt, an der ständigen Dunkelheit oder einfach gerade an meiner Person selber. Aber, ich bin seit einiger Zeit mit vielen Dingen um mich herum suuuuper unzufrieden und habe das Gefühl, dass ich vieles verändern muss, es aber irgendwie nicht schaffe. Wer den Post vor zwei Wochen gelesen hat, der wird sich sicherlich fragen, was jetzt bei mir los ist. Erst sage ich, dass man nur positive Gedanken haben soll und jetzt ist bin ich doch nicht so happy wie ich gesagt habe? Doch doch, mein Motto besteht weiterhin und genau diese positiven Gedanken habe und mache ich mir auch, aber es sind andere Dinge, wo diese Theorie und mein kleines Lebensmotto mich leider nicht weiter bringen.

Angefangen hat es damit, dass ich das Gefühl hatte (und eigentlich immer noch habe), viel zu viel Zeug zu haben. Mit Zeug meine ich damit alles um mich herum. Sei es Kleidung, Taschen, Schuhe, Deko, Beauty.. Von allem einfach zu viel. Nicht, dass ich nicht gerne neue Sachen in allen Bereichen kaufe und besitze, aber ich habe das Gefühl, dass 80% der Teile nicht mehr zu mir passen. Dass das alles mal mein Geschmack war, den ich cool und schön fand, aber das die Zeit dafür jetzt vorbei ist. Ich habe vor zwei Wochen meinen Kleiderschrank, den Dachboden und auch meinen Keller komplett ausgeräumt, viel gespendet, einiges weggeworfen und endlich wieder Ordnung geschaffen. Ich denke es geht uns da allen ähnlich, dass diese Bereiche, wohl nie ordentlich sind. Nach dem Umzug vor gut einem Jahr, habe ich einiges einfach nur auf dem Dachboden abgestellt, nicht weiter beachtet (es war ja aus meinem Sichtfeld) und wollte es im Sommer in den Angriff nehmen, aber wer macht das schon bei 30 Grad? Na ja, passend dazu, dass ich viele Dinge aus meinem Kleiderschrank nicht mehr leiden mag und weggegeben habe, habe ich das Gefühl, gar keinen individuellen Stil mehr zu haben. Nichts mehr, was mich und meinen Stil auszeichnet, beschreibt oder von anderen unterscheidet. Wenig Farbe und kaum Muster. WOW! Aber dass ich mich so richtig in einer Richtung wieder finde? No! Das ist auch der Grund, warum ich manche Outfits, die ihr hier unter Fashion findet, mittlerweile nicht mehr schön finde. Ich suche da schon länger nach meiner Richtung, aber werde komischerweise nicht fündig..

Und nachdem man das eine auf seine To-Do-Liste geschrieben hat, endlich einen Kleidungsstil zu finden, kommt das nächste: Veränderungen auf dem Blog! Ich möchte so gerne den Look dieser Webseite ändern indem alles moderner, lässiger und anders aufgebaut wird, sodass es besser zu mir passt und auch persönlicher ist. Aber, alleine fehlen mir die Kenntnisse, die man für solch eine Umbau Aktion bräuchte und wenn ich jemanden damit beauftrage, ist es viiiiiel zu teuer. 

Und da das natürlich noch nicht alles ist, kommen wir zum nächsten Punkt: Nicht nur die Dinge um mich herum machen mich ganz wuschig, sondern auch mein Look selber. Meine Mädels können es bestimmt schon nicht mehr hören, aber ich möchte mindestens schon seit über einem Jahr meine Haarfarbe ändern. Na ja, viele denken jetzt bestimmt, dass das doch das einfachste der Welt ist und warum ich nicht direkt zum Friseur gehe. Ganz einfach: Weil ich mich nicht traue. Klar sind es nur Haare,  die man bei einem zweiten Friseurbesuch wieder umfärben kann, aber wenn es scheiße aussieht und ich es gar nicht leiden mag? Was mache ich dann? Was ist, wenn meine Haare dann komplett im Po sind? Anfang des Jahres war ich (für meine Verhältnisse) schon mutig, bin zum Friseur gegangen und habe mir meine langen Haare in einen Clavi Cut schneiden lassen. Zack, ab! Allerdings war ich in dem Moment richtig sicher, dass es okay ist sie abzuschneiden. Und jetzt bin ich so unsicher, was es werden soll. Heller? Dunkler? Neue Technik? Strähnen? Komplett neue Farbe?

So, kommen wir zum zweiten Punkt bei den Äußerlichkeiten: Wer mir auf Snapchat (@modegeschmack)  oder meiner InstaStorie (@modegeschmack) folgt, hat es schon mitbekommen, dass ich in letzter Zeit sehr viel Zeit im Gym verbringen. Das liegt daran, dass ich einerseits versuche, meinen Body mehr in Shape zu bekommen („summerbodys are made in winter“) und andererseits um meine Gedanken für 2,3 Stunden zu verbannen. Einfach an gar nichts denken und nur Power zu geben. Ich habe in der vergangenen Woche erst wieder gemerkt, wie wichtig mir doch mittlerweile dieser Ausgleich und meine Routine geworden ist. Durch viel Lernerei für die Berufsschule und auch andere Dinge, die ich erledigen musste, kam ich zwar ins Gym, aber nur zu schlechten Kursen, die mich wenig gefordert hatten. Und heute merke ich, wie sehr mir doch das Auspowern mit dem altbekannten Sportprogramm fehlt.

Und was ist denn jetzt eigentlich der Sinn hinter diesem Post? Ich habe mich ausgekotzt (es gibt noch so ein paar mehr Punkte, aber ich will euch ja nicht zu sehr nerven) und nun?

 

Na ja, ich glaube bzw. habe das Gefühl, dass es nicht nur mir so geht, sondern vielen anderen auch. Nur, dass sie es nicht sagen oder aufschreiben, sondern versuchen sich nichts anmerken zu lassen und einfach weiter zu machen nach dem Motto: „Wird ja schon wieder.“ Ne, eben nicht. Was soll sich verändern, wenn du selbst nichts an der Situation änderst?

Ich glaube, was im Großen und Ganzen meine persönliche Unzufriedenheit auslöst und mich Tag für Tag stresst, ist, dass ich bei vielen Punkten das Gefühl habe, sie nicht schnell genug und alleine erledigen zu können. Ich hasse das Gefühl, zu wissen, dass ich noch etwas erledigen muss. Ich trage mir mittlerweile alles in mein Handy ein, um ja nichts zu vergessen. Aber andererseits stresst mich genau das, wenn ich morgens weiß, dass musst du noch machen, das und das und das darfst du auch nicht vergessen. Diese innere Unruhe macht mich ganz nervös und gibt mir zum eigentlichen Alltagsstress noch mehr Stress. Daher versuche ich, alles so früh wie möglich abzuarbeiten oder zumindest anzufangen. Trotzdem bin ich diejenige, die ihre Unterlagen am letzten Tag abgibt. Das habe ich schon zu Abiturzeiten gemacht und das zieht sich leider immer noch durch mein Leben. Kann man das eigentlich lernen? Mal eher fertig zu werden?

Da man immer versuchen sollte, sich uns sein Verhalten zu reflektieren, mache ich das jetzt auch. Mir hilft es manchmal schon, wenn ich schreibe. Wenn ich einfach den Gedanken einen Raum gebe und sie niederschreibe. Einerseits definiere ich so viel mehr, was es alles ist und andererseits verfestigen sich auch meine Gedanken.

Was hilft mir jetzt also gegen die innere Unruhe und Unzufriedenheit anzugehen? Ich werden jetzt anfangen, nicht nur digital, sondern auf einem schönen Blatt Papier niederzuschreiben, was ich ändern will und mir für jeden Punkt eine eigene, individuelle Timeline zu setzen. Denn, wenn ich keinen genauen „Abgabezeitpunkt“ habe, zögere ich es natürlich immer weiter heraus und bringe nie etwas komplett zu Ende. Diese Punkte dienen jetzt nicht als meine Neujahrsvorsätze, denn davon halte ich gar nichts. Darüber habe ich hier sogar schon einen ganzen Blogpost verfasst. Aber diese Punkte sollen als neue Ziele gelten, auf die ich selber hinarbeiten und mich wieder neu fokussieren kann. Aus dem gewohnten und alltäglichen wieder etwas rauskommen, neu zu starten und weiter anzugreifen. Veränderungen und Neuerungen sind doch eigentlich das Beste! Und ich starte damit, dass ich am Montag meinen Friseur anrufen werde…

Schönen 1. Advent!

 

 

 

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