Blogmas 11/24: Was Weihnachten für mich bedeutet…

In den vergangenen Wochen war in meiner Familie ziemlich viel los. Was genau los war, möchte ich hier nicht thematisieren. Ich teile zwar viel, aber einige Dinge gehören hier nicht her, geschweige denn ins Internet. In solchen Zeiten fange ich an, über mein Leben und besonders über mein Verhalten nachzudenken. Es kommen innerlich Fragen auf, ob ich mich ausreichend bei allen Familienmitglieder melde, ob ich den Kontakt zu meinen Freunden vernünftig pflege und auch ob ich meine Prioritäten im Leben eigentlich richtig setze. Meistens fällt mir aber auf, dass ich an einigen Stellen mein Verhalten doch ändern bzw. verbessern sollte. Da wären wir wieder beim Thema, dass kein Mensch perfekt ist. Ich weiß, dass ich zwar nichts falsch gemacht habe, aber trotzdem noch etwas besser machen könnte. So wie immer.

Als ich grübelnd rum saß (meistens passiert das komischerweise im Auto), kam mir auch das Thema Weihnachten in den Sinn. Wir sind nur noch weniger als zwei Wochen von Heiligabend entfernt und es ist nicht mehr das Fest, was es in meinen Kinderaugen einmal war. Die Bedeutung von Weihnachten hat sich bei mir in den letzten Jahren extrem gewandelt. Als Kind war es die Aufregung auf den Weihnachtsmann, seine Fußabdrücke im Hausflur vorzufinden, einen Wunschzettel aus Katalogbildern zusammen zu kleben, in die Kirche zu gehen und sich am Ende des Tages auf die Geschenke zu freuen, die Mama und Papa heimlich unter den Weihnachtsbaum gelegt hatten. Je älter ich allerdings wurde (ja, ich bin erst 23 Jahre alt), desto mehr war mir Weihnachten und die wirkliche Bedeutung eigentlich egal, ich wollte bloß tolle und viele Geschenke bekommen.

In den letzten vier Jahren hat sich meine Sicht zu Weihnachten aber extrem verändert. Es ist nicht mehr die Hoffnung, den Weihnachtsmann zu sehen (okay, die gibt es schon ein paar mehr Jahre nicht mehr!) oder viele Geschenke zu bekommen. Nein, es ist für mich Familienzeit. Zeit, um nach Hause zu kommen. Zeit, um sich auszuruhen und Kraft zu tanken. Zeit, um Freunde und Bekannte aus der Heimat wieder zu sehen. Zeit, um (fast) alle Familienmitglieder zu sehen. Zeit, die so kostbar ist und dir wir uns eigentlich viel öfter nehmen sollten.

Auch wenn das Leben manchmal noch so stressig ist, sollte man es doch zumindest für insgesamt 3 Tage schaffen, vom Alltag abzuschalten, nach Hause zu fahren und die Zeit dort zu genießen. So mache ich es zumindest. Damit ich richtig abschalten kann, nehme ich mir auch vom 24.12 bis zu Silvester komplett frei. Einfach, um wirklich mal Kraft zu tanken und dabei kein schlechtes Gewissen zu haben. Zwischen den Tagen passiert sowieso so gut wie gar nichts und erreichen kann man kaum jemanden. Es gehört für mich auch dazu, Heiligabend, den 1. und 2. Weihnachtstag im Kreise der Familie zu verbringen und nicht Party zu machen. Das habe ich noch nie gemacht und werde es auch nie machen. Nennt mich spießig oder langweilig, aber feiern kann man doch auch noch die anderen 362 Tage im Jahr. Ich frage mich übrigens auch, was dann alle feiern, aber gut. Jeder kann ja tun und lassen was er/sie möchte.

Was ich allerdings gut finde, ist dass man am Ende des Jahres wie eine Art Verpflichtung hat. Es verbringt doch fast jeder Weihnachten mit seiner Familie und so hat man immerhin einmal im Jahr die Aufgabe, all seine Lieben zu sehen und zu besuchen. Natürlich ist das Ereignis nichts, worauf man sich ausruhen kann, um die restlichen Tage im Jahr keine Besuche abzustatten, aber es ist immerhin ein kleiner Anfang. Bei mir hat es sich mittlerweile auch schon so eingespielt, dass ich nur noch alle 3 Monate für ein Wochenende nach Hause fahre. Da bleibt natürlich nicht viel Zeit, um alle Verwandten und Freunde zu besuchen. Es sei denn, ich takte mir alles innerhalb von 1-2 Stunden. Ob ihr es mir glaubt oder nicht, es gibt immer wieder Familienmitglieder, die dann beleidigt sind, weil ich es zeitlich nicht zu ihnen geschafft habe. „Du hättest ja mal vorbei kommen könne, du warst ja auch bei…“ Entschuldigung, dass ich andere Menschen länger nicht mehr gesehen habe, mich bei ihnen willkommener fühle und vielleicht auch einfach am Wochenende ein bisschen Ruhe brauche, weil es am Montag wieder zur Arbeit geht. Das ist aber jetzt zwischen den Feiertagen anders.

Dadurch, dass meine Eltern sich vor vielen Jahren getrennt und beide neue Lebenspartner haben, ist die Familien noch viel, viel größer geworden. Das ist einerseits natürlich wunderbar, weil so viele tolle, neue Menschen in mein Leben getreten sind, andererseits macht es die Sache zur Weihnachtszeit nicht gerade einfacher, dann alle zu sehen. Aber, ich werde versuchen es wieder in den Angriff zu nehmen!

Weihnachten bedeutet für mich somit Zeit, für meine Familie, meine Freunde und vor allem auch für mich. Zeit, die wir alle sehr genießen, viel lachen und froh sein sollten, diese tollen Menschen an unserer Seite zu haben. Zeit, um vom Jahr abzuschalten und etwas herunterzukommen. Es ist wieder ein Jahr geschafft, es ist wieder super viel passiert und man ist wieder ein Stück erwachsener geworden. Es tut gut, durchzuatmen und neue Energie bei den Liebsten für das neue Jahr zu sammeln. Aber ebenso ist es auch Zeit, um an die Personen zu denken, die leider nicht mehr bei uns sein können. In unseren Herzen und Gedanken feiern sie trotzdem mit uns das Fest der Liebe schauen vom Himmel aus zu…

 

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