Weißes Top mit Plisseerock kombinieren – Hamburger Dom

Eigentlich hatte ich mir geschworen, mich nicht mehr über soziale Medien aufzuregen, geschweige denn meinen Unmut auf dem Blog nieder zu schreiben. Am Ende des Tages nutze ich sie trotzdem alle und ein kurzes Gemecker bringt ja auch nicht wirklich viel. Na ja, oder mir zumindest nicht. Dazu kommt noch, dass das gute Internet sowieso schon voll davon ist, wie sich andere auskotzen. Alle finden Instagram und Snapchat nervig, alles wird als unrealistisch empfunden und wenn man nicht mit auf den Trend aufspringt, hat man sowieso keine Chance mehr auf Reichweite oder Bekanntheit.

Keine Frage, meine Meinung sieht da ganz ähnlich aus (hier habe ich meinen Gedanken schon einmal Luft gelassen) und auch ich finde es erschreckend, wie viel Einfluss diese kleine App mittlerweile hat. Besonders verwundert bin ich eigentlich darüber, was dieses kleine Teil am Ende des Tages mit uns macht. Wie sie unsere Ansichten verändert, unseren Blick auf uns selber und auch den minütlichen auf die anderen. Doch noch erschreckender finde ich eigentlich, dass alle anderen Dinge, um die Fotosymbol-App drum herum, gar nicht mehr gesehen werden. Mit alles andere meine ich jede Zeit, die man in einen Blog oder in einen YouTube Kanal steckt. Diese ist neben der bunten App gar nicht mehr so viel wert, wie das neueste Foto auf Instagram. Und dabei, wie wir ja auch alle wissen, ist das Bild nicht nur ein kurzer Schnappschuss. Nein, es ist das perfekt inszenierte Foto, das natürlich perfekt in deinen Feed passt, die perfekten Filter besitzt und dich, wie soll es auch anders sein, von deiner perfekten Seite zeigt.

Und wer sich an dieser Stelle über zu viel Perfektion beschwert, sollte mal kurz überlegen, wer genau diesen Trend ins Leben gerufen hat. Und zwar…. wir alle, die diese App nutzen und sie täglich wie verrückt konsumieren. Da sind nicht die Blogger, Influencer oder wie man sie auch alle nennt, dran schuld, sondern der Konsument an sich. Wenn keiner die Bilder liken, kommentieren oder teilen würde, würde sich doch wohl kaum einer so viel Arbeit damit machen. Wir wollen alle doch genau das sehen, das Schöne, das Perfekte, die heile Welt (weil unsere immer verrückter und brutaler wird) und auch, das perfekte Leben, dass wir alle nicht haben. Die Personen geben uns nur das, wonach wir (fast) alle streben und uns vielleicht auch sehnen.

Im normalen Alltag ist das ganze doch ganz ähnlich. Verabschieden wir uns mal kurz von der Fashion- und People-Seite und blicken auf mein Lieblingsthema: Essen! Der Vegan- und Gesundheitstrend wird immer größer, lukrativer, bekommt viel mediale Präsenz und schon nach kurzer Zeit stellen die größten Fleischkonzerne vegetarische und vegane Fleischalternativen her. Die Supermärkte sind auch voll von Superfoods wie Chiasamen, Quinoa, Gojibeeren, Amaranth und vielem mehr. Und das nicht, weil die Betreiber es so toll finden. Nein, weil WIR es wollen. Wir sind am Ende die, die den Markt bestimmen, die die Auswahl und auch die Angebote koordinieren. Und, wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich hier wieder den perfekten Vergleich zu Instagram ziehen. Die User auf der Plattform probieren sich mit Bildern aus, das was gut ankommt (Sex sells!) wird verstärkt gezeigt und noch perfekter in Szene gesetzt. Da wird auch mal schnell ein ganzer Tisch mit Frühstücksutensilien voll gestellt, nur damit das perfekte Foto entstehen kann. Wir alle feiern es und zack, werden davon mehr Bilder gemacht und viele andere (ich auch) machen mit.

Aber bei all dem Positiven gibt es natürlich auch immer die Schattenseiten von solchen Medien. Jüngere Mädels können es vielleicht noch nicht ganz reflektieren, aber leider ist die Welt nicht die, die sie zu sein scheint. Es kann nämlich nicht immer alles gut laufen und Friede, Freude Eierkuchen sein, was mir die perfekte (haha!) Überleitung zum zweiten Thema gibt.

Ich persönlich kann die Hater auf den ganzen Plattformen nicht verstehen. Wenn ich Leute nicht mag, ihren Lifestyle scheiße finde und das was sie machen mir voll gegen den Strich geht, warum nehme ich mir dann die Zeit, um ihnen dumme Worte zu schreiben? Warum verplempere ich meine kostbare Lebenszeit mit so viel negativem Quatsch? Was ist mich dann auch noch Frage ist:

a) Wie unzufrieden muss man mit sich selber sein?

b) Was erwartest du, was jetzt passiert?

c) Warum hast du so viel Freizeit und ich nicht?

Mittlerweile finde ich es richtig stark, dass bekanntere Persönlichkeiten sich dann auch die Zeit nehmen, um zu sagen, dass diese Kommentare überhaupt nichts bringen und sie sich von solchen Leuten nicht herunterziehen lassen. Ich kann mir allerdings auch gut vorstellen, dass es sich andere trotzdem sehr zu Herzen nehmen, was unbekannte Personen, meist ohne jegliche Bilder, über sie schreiben.

Dabei sprechen wir hier nicht von konstruktiver Kritik. Wer damit nicht umgehen kann, der sollte kein Leben im öffentlichen Raum leben oder sich so darstellen wie viele es im Internet tun. Keiner von uns ist perfekt und über Verbesserungsvorschläge oder wirklich nett gemeinte, kritisierende Worte hat noch keiner etwas gesagt. Aber wenn ich manchmal Kommentare anderer lese wie: „Das Kleid lässt dich aber klein aussehen, ziehe so etwas doch nicht an.“ , dann packe ich mir wirklich an den Kopf und frage mich, was mit den Leuten los ist. Das Thema Kleidung ist dabei nur eins von vielen.

Am Ende des Tages ist es doch wichtig, dass man die Leute ihr Leben leben lässt und sich vor allem auf sich selber fokussiert. Erst einmal an die eigene Nase fassen und überlegen, ob man selber auch der perfekte Mensch ist, so wie man es von vielen anderen erwartet.

Ähnlich ist es auch mit den Anforderungen an Veganer. Die Leute erwarten von dir, dass du super schlank bist, die perfekte Haut hast, keine Lederkleidung trägst, keine Plastiktüten kaufst, super viel Gemüse und Obst isst, die perfekten Nährstoffe zu dir nimmst, deinen Müll fein säuberlich trennst, dass deine Kosmetik tierversuchsfrei und vegan ist, dass deine Lebensmittel alle Bio sind und, dass du sowieso rundum perfekt bist. Und liebe Leute, auch das kann man nicht erfüllen. Wenn mich manche nach einem bestimmten Kleidungsstück fragen und ich ihnen dann antworte, dass es aus Leder ist (hier habe ich schon mal erklärt, warum ich immer noch Teile aus Leder habe) ist mein Gegenüber meist so schockiert, dass ich Angst habe, er kippt mir gleich um. Und an diesen Reaktionen sehe ich auch genau das falsche Bewusstsein für andere Lebensweisen.

Und genau da liegt der Knackpunkt. Wenn die Menschen immer eine extrem hohe Erwartungshaltung an uns haben und wir dieser nicht nachkommen können, finden sie uns direkt scheiße oder nicht konsequent genug. Wir wollen doch alle den perfekten Lebensstil sehen und fragen uns immer wieder, wie die anderen es schaffen, aber wir es nicht auf die Reihe kriegen.

Ich kann mich nur immer wiederholen. Kein Mensch ist perfekt, genauso wenig wie du und ich. Wenn Blogger ihr perfekt, drapiertes Gericht mit der tollen Vogue und den hübschen Schuhen, Armbändern und Ringen gerade in ihren Feed hochgeladen haben, heißt es erstens nicht, dass es gerade ein zufällig entstandenes Fotos ist und zweitens kannst du dir sicher sein, dass sie das Essen entweder kalt essen oder es noch einmal in die Mikrowelle stellen müssen. Und merke: Es ist auch völlig in Ordnung, dass du dann gerade vor einem Teller Nudeln mit Tomatensoße hockst, der weniger für Instagram geeignet ist, während du dir solche „Food-Bilder“ anguckst.

Am Ende möchte ich euch nur eins sagen. So sehr wie euch und auch mich der Perfektionismus auf den sozialen Medien aufregt, so sehr liebe ich ihn auf der anderen Seite auch. Genauso weiß ich aber auch, dass ich selber dazu beitrage. Ich like die Bilder, kommentiere und teile sie mit Freunden. All das, was ich schön und inspirierend finde, gebe ich gerne weiter. Und wenn so etwas natürlich gut ankommt, macht man damit weiter. Man macht weiter damit, eine perfekte Welt zu liken, in die man nur zu gerne auch einmal eintauchen würde…

Outfit: Endlich ist wieder Jeansjacken Zeit! Obwohl es bei uns in Bremen gerade echt kalt ist, waren es vor genau einer Woche mehr als 20°C in Hamburg. Und dann darf es doch auch endlich wieder etwas luftiger sein, oder? Zeit für meinen Plisseerock und auch meine offenen Fellboots von Pull&Bear, die ich so, so liebe! Ich würde gerne die Zeit noch einmal zurück drehen oder am Wetterrad drehen. So ein bisschen Sonnenschein und Wärme war sehr angenehm..

P.S. Weiter unten findet ihr wie immer alle getragenen Teile verlinkt! :- ) 

Und ich wünsche euch wunderschöne Ostern und wer es nicht feiert: Genießt den Sonntag! :- ) 

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Ich trage:

Jeansjacke: Flohmarkt (Alternative)

Top: H&M

Rock: New Yorker (sehr ähnlich)

Tasche: Mango

Schuhe: Pull&Bear (wie wär’s mit einer blauen Variante?)

Bandana: Amazon

Brille: New Yorker (mag ich auch)

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu „Weißes Top mit Plisseerock kombinieren – Hamburger Dom

  1. Sehr richtig der Text! Wir sollten Instagram und Co. bewusst benutzen und neben der scheinbar „perfekten“ virtuellen Welt die wirkliche Welt da draußen nicht vergessen. Denn die ist mindestens genauso schön und aufregend! 🙂
    Tolles Outfit! Ich frage mich immer auf was für Flohmärkte die Leute gehen, wo sie so tolle Jeansjacken finden! 😀
    Liebe Grüße, Lara 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Freut mich, dass dir der Text gefällt! Da kann ich dir auch nur zustimmen! 🙂
      Ich habe diese Jacke beim Flohmarkt „Museum der Arbeit“ in Hamburg ergattert. Aber da muss man wirklich Glück haben, denn die sind leider immer sehr gefragt und schnell wieder verkauft… Liebste Grüße, Wencke xx

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