Du musst oder du solltest?

Du musst dich gesund ernähren. Du musst viel Sport treiben. Du musst einen gesunden Lifestyle führen. Du musst Urlaub machen. Du musst viel Geld verdienen. Du musst viel unternehmen. Du musst Zeit mit deinen Liebsten verbringen. Du musst ausgehen. Du musst bei Social Media aktiv sein. Du musst Erfolg haben. Du musst schlank sein. Du musst gut aussehen. Du musst gebildet sein. Du musst lesen. Du musst auf die Umwelt achten. Du musst geduldig sein. Du musst Spaß haben. Du musst dich lieben. Du musst dein Leben lieben. Du musst viel lachen.

Du musst, Du musst, Du musst..

Es wird ganz schön viel von einem abverlangt, findet ihr nicht auch? Es ist ja auch nicht so, dass wir diese, vielen Ansprüche nicht auch gerne erfüllen würden, aaaaber, es ist eben auch… scheiße viel. Es ist eine Herausforderung, es ist, wie eine Art To – Do – Liste, die man Tag für Tag, Woche für Woche und Monat für Monat abarbeiten muss und es ist anstrengend. Das alles (und noch vieles mehr) muss man in seinem Leben umsetzen. Da war es wieder: MUSS.

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Wenn jemand zu mir einen Satz nur schon beginnt mit: „Wencke, du musst…“ Dann kann ich immer nur entgegnen. „Müssen tue ich nur auf’s Klo oder sterben.“

Ich hasse diese Formulierung und mir ist bewusst, dass dies vielleicht eine dumme Antwort ist, wenig charmant, nicht nett oder eine wirkliche Antwort auf die Aussage, aber dennoch haben bestimmt schon viele von euch es selber benutzt, ooooder zu hören bekommen.

Warum eigentlich?

Ich finde es furchtbar, dass die Gesellschaft soooooooooooo viel von einem / uns abverlangt. Das es eine Art Pflicht ist, genau diese Dinge, die ich oben fleißig aufgezählt habe, täglich umzusetzen. Sich es täglich wieder ins Gedächtnis zu rufen und wenn etwas nicht so funktioniert, wie es die anderen für richtig halten, wir uns schlecht fühlen. Schlecht, weil wir eben nicht so viel Geld verdienen. Schlecht, weil wir gerade nicht den gesündesten Lifestyle leben und ebenso schlecht, weil man sich nicht Tag für Tag weiterbildet.

SONY DSCWoher kommen eigentlich diese ganzen Ansprüche? Ich habe mich genau das schon wirklich öfters gefragt und auch sehr oft über mein eigenes Leben nachgedacht. Oft habe ich mir die Frage gestellt, ob a) mein aktueller Weg (wohin auch immer er mich führt) der richtige ist und b) ob ich nicht noch viel mehr machen könnte, als ich aktuell schaffe.

Mein ganzer (selbst abonnierter) Feed bei Instagram (#notsponsored, aber Markennennung) ist voll von wunderschönen Frauen (und auch Männern, haha), schönen Urlaubsorten, perfekt eingerichteten Wohnungen, Traumkörpern, super sportlichen Personen und minimal witzigem Content. Tzja und ich frage tatsächlich noch, woher diese ganzen Ansprüche kommen?!

Natürlich von uns selber. Indem wir unser tagtäglich das Leben der anderen anschauen, uns vergleichen und unser eigenes Leben präsentieren, das immer positiv ist, immer schön, spaßig und perfekt. Und an einigen Stellen dann wohl merken, dass der andere toller ist, als wir. Derjenige reist mehr, während wir im Büro sitzen oder kann sein Geld für teure Taschen oder Schuhe ausgeben.

Naaaa, doofes Gefühl?

Aber wiederum niemand von uns möchte die scheiß Zeiten zeigen und selber sehen. Keiner will sehen, wie anstrengend ein Fulltime Blogger-, Influencer, Youtuber- und / oder Modelleben ist. Auch dort sehen wir nur immer, wie toll die Reisen sind, wie toll das Team ist, wie viel sie geschenkt bekommen oder wo sie eingeladen werden.

Aber das sie alle, zwischen den Instagram Bildern und den Instagram -Stories, vielleicht auch nicht immer ihr Leben zu 100% im Griff haben, das zeigt keiner. Auch denen geht es schlecht, auch in ihrer perfekten Welt gibt es doofe Tage und auch sie müssen sich Aufgaben stellen, auf die sie mit Sicherheit keinen Bock haben..

Wichtig ist am Ende doch nur, dass man zwischen der wirklichen Realität und dem, was auf den Plattformen gezeigt wird, unterscheiden kann. Es ist schön, mal eben (ok, ich versinke auch regelmäßig) in eine andere Welt zu schlüpfen und so viel Tolles zu sehen. Aber ebenso wichtig ist es auch zu wissen, dass das NICHT DAS WAHRE LEBEN ist. Jeder hat seine Probleme, seine Laster und auch jeder von ihnen fühlt sich einfach mal scheiße. Man braucht nur mal an sich selbst zu denken. Auch ich poste keine Bilder, wenn ich richtig schlechte Laune habe oder in meinem „Sonntags-Look“ chille. Auch meine Pickel, Dehnungsstreifen oder Speckrollen halte ich nicht in die Kamera. Ich versuche sie zu kaschieren oder gar nicht erst zu zeigen. Auch wenn sie ein Teil meines Körpers sind.

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Wahrscheinlich wäre es für uns und für vielen anderen jungen Mädels da draussen tausend Mal besser, wenn wir ehrlich mit uns und den Followern sind. Kein Mensch ist perfekt, kein Mensch MUSS alles in die Tat umsetzen, was die Gesellschaft verlangt. Nicht jeder Mensch muss freiberuflich arbeiten oder Blogger sein. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn man einen ganz normalen Job hat, keine Designerkleidung besitzt, Familien und Freunde hat, damit zufrieden ist und sein Leben lebt, ohne es täglich zu zeigen.

Jeder sollte das tun und lassen, was er / sie für richtig hält und ab und an mal bedenken, dass wir alles nur Menschen sind. Mal mit vielen guten Zeiten, aber auch mit vielen schlechten. Erfahrungen prägen uns und ich persönlich bin für jede sehr dankbar….

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P.S. Es lag mir sehr am Herzen, diesen Beitrag endlich fertig zu stellen, da ich selber oft am grübeln bin, ob mein Leben aktuell richtig ist. Ob es nicht andere Möglichkeiten gibt oder gegeben hätte, die ich hätte nutzen sollen. Ob ich nicht mehr in den Blog und Instagram stecken sollte, als ich es derzeit kann.

Aber dann denke ich wiederum, wäre alles nicht so gelaufen, wie es letztendlich gelaufen ist, wäre mein Leben jetzt nicht so, wie es eben ist. Ich habe eine wunderbare Familie, zauberhafte Freunde, ein Leben in Hamburg, ich bin gesund, habe einen Job und eine Wohnung. Warum also nicht einfach mal happy sein und trotzdem weiterhin langsam und bedacht nach mehr streben?! Ändert auch ab und an mal die Richtung der Ansichten, so schlecht ist euer Leben  nämlich gar nicht… 😉

 

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5 Kommentare zu „Du musst oder du solltest?

  1. Guter Beitrag!
    Dennoch finde ich den etwas umstritten.
    „Wahrscheinlich wäre es für uns und für vielen anderen jungen Mädels da draussen tausend Mal besser, wenn wir ehrlich mit uns und den Followern sind. „
    „Wichtig ist am Ende doch nur, dass man zwischen der wirklichen Realität und dem, was auf den Plattformen gezeigt wird, unterscheiden kann. Es ist schön, mal eben (ok, ich versinke auch regelmäßig) in eine andere Welt zu schlüpfen und so viel Tolles zu sehen. Aber ebenso wichtig ist es auch zu wissen, dass das NICHT DAS WAHRE LEBEN ist“
    Das ist der Punkt. „Nicht das wahre Leben“
    Jedoch verkaufst du deine Plattform genauso wie alle anderen auf Social Media. In deinen Beiträgen sprichst du aber oft gegen das System ‚Instagram Realität‘. Ich finde deine Beiträge schön und auch richtig in gewissen Dingen. Versteh mich da nicht falsch!
    Jedoch bist du ein Stück selbst gefangen in dem ganzen ‚Instagram lifestlye‘ und verkörperst nicht das, was du zu schreiben versuchst.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für dein Kommentar! 🙂
      Ich sage ja auch selber, zu Beginn des Textes, dass ich nur meine schöne und gute Welt zeige und nicht das, was man eigentlich zeigen sollte. Ich stelle mich hier auch nicht als perfektes Beispiel hin, denn auch in handle nicht immer richtig. Dennoch finde ich es wichtig, darauf hinzuweisen und es sich ab und an bewusst zu machen. Sei es nur im eigenen Kopf oder auch sichtbar auf dem Profil. 🙂

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      1. moin zusammen,
        nur einen kurzen Einwurf, da diese Fragen seit über 200 Jahren diskutiert werden…
        „die Rose aber antwortete: >Du Tor! Meinst du, ich blühe, um gesehen zu werden? Meiner und nicht der andern wegen blühe ich, blühe, weil’s mir gefällt: darin, daß ich blühe und bin, besteht meine Freude und meine Lust“ A. Schopenhauer
        Oder etwas moderner ausgedrückt: Wer sich zum Gefangenen der Launen anderer macht und glaubt das Glück liegt in den Köpfen und Händen anderer Menschen, mag kurz innehalten und überlegen.
        >>Je mehr ein Mensch in sich selber hat, desto weniger wird er von anderen brauchen<<
        liebe Grüße Bernd

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